Wissen | Hebamme

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Hebamme

Hebamme ist ein Beruf mit langer Tradition. Seit es Menschen gibt, helfen Frauen bei der Geburt eines Kindes. Als Beruf wurde die Geburtshilfe schon vor unserer Zeitrechnung anerkannt. Im Mittelalter wurden Hebammen häufiger als andere Frauen Opfer von Hexenverfolgungen.

Während früher Entbindungen durch Unwissenheit und Mangel an Hilfsmitteln unter sehr unreinen Bedingungen stattfanden, lernten Hebammen erst im Laufe der Jahrhunderte, zum Schutz von Mutter und Kind Sauberkeit in Geburtszimmern zu halten. Erst dadurch gingen nach und nach Geburtskrankheiten wie Kindbettfieber und andere Infektionen zurück, die durch ungewaschene Hände übertragen wurden.

Hebammen standen und stehen Frauen seit jeher während und auch nach der Geburt in allen Schwangerschaftswochen betreuend zur Seite. Sie arbeiten entweder freiberuflich in einer eigenen Praxis oder auf der Geburtenstation in einem Krankenhaus.

Hilfestellungen für Schwangere ab der ersten Schwangerschaftswoche

Besonders erstgebärende Frauen haben viele Fragen vor der Geburt eines Kindes. Hebammen sind Ansprechpartner für Frauen während der Schwangerschaft und leisten Beistand bei allen Fragen und Problemen. Darüber hinaus übernehmen Hebammen zum Teil auch die medizinische Vorsorge in allen Schwangerschaftswochen. Diese ersetzt nicht die regelmäßigen Arztbesuche, sondern dient als hilfreiche Ergänzung. Auch Schwangerschaftsbeschwerden wie Rückenschmerzen oder Probleme beim Schlafen, von denen Frauen besonders in den letzten Schwangerschaftswochen häufig betroffen sind, können mit der Hebamme besprochen werden.

Hebammen nehmen Frauen die Ängste vor der Geburt und bieten sogenannte Geburtsvorbereitungskurse an. Diese sollen Frauen in der Schwangerschaft auf die Geburt vorbereiten, indem Atemübungen gemacht und Entspannungstechniken geprobt werden. Sie geben daneben auch Ratschläge, woran erkannt werden kann, „das es losgeht“ und was die Geburt erleichtern kann. Hebammen erklären im Geburtsvorbereitungskurs genau den Geburtsvorgang und wie schnell ein enger Kontakt mit dem Baby aufgenommen werden kann. Außerdem lernen Frauen dort Gleichgesinnte kennen und können sich mit ihnen austauschen. Idealerweise sollte mit diesem Kurs in der 30. Schwangerschaftswoche begonnen werden.

Hebammen als Geburtshelfer

Bei einer normal verlaufenden Geburt ist es nicht notwendig, dass ein Arzt anwesend ist. Eine Hebamme kann die Geburt von der ersten bis zur letzten Wehe vollkommen selbstständig leiten. Das Gesetz schreibt sogar die Anwesenheit einer ausgebildeten Hebamme bei der Geburt vor.

Während der Wehenphase unterstützt die Hebamme die Schwangere dabei, Wehen zu überstehen und diese zu verarbeiten. Sie muss auch erkennen, wann ein Geburtsvorgang vom üblichen Weg abweicht und ein Arzt hinzugezogen werden muss. Wenn das Eingreifen eines Mediziners während der Geburt notwendig wird, beispielsweise bei einem Kaiserschnitt, steht die Hebamme diesem zur Seite.

Direkt nach der Geburt des Kindes betreut die Hebamme das Neugeborene, leistet Hilfestellung beim Stillen und übernimmt auch die Nachsorge bei der Mutter.

Betreuung im Wochenbett

Nicht immer funktioniert nach der Geburt alles reibungslos. Stillen, wickeln und die Versorgung des Neugeborenen ist manchmal mit kleinen Komplikationen verbunden, die mit der Hilfe einer Hebamme schnell überwunden werden können.

Hebammen beraten junge Mütter in der angemessenen Pflege und Ernährung des Kindes. Auch wenn beim Stillen Probleme aufkommen, leisten Hebammen Hilfestellung. Sie überwachen die Rückbildung und die Heilung eventuell aufgetretener Verletzungen während der Geburt.

Auch wenn Mutter und Kind wieder zuhause sind, kommen Hebammen zu Besuch und haben ein offenes Ohr für weitere Fragen. Sie müssen außerdem in der Lage sein, eventuelle Probleme und Unregelmäßigkeiten zu erkennen und diese gemeinsam mit der Mutter zu beheben.